Historienmalerei von damals

Die Historienmalerei ist eine Kunstform, die unter Kunstliebhabern trotz aller Fachkenntnisse heute noch eher unbekannt ist. Oftmals kann unter diesem Begriff jedoch auch Kunst und Fotografie aus dem Militär genannt werden. Militärhistorische Fotos sind zum Beispiel eine Art dieser historischen Kunstform.

Die Historienmalerei entstand aus dem wachsenden Geschichtsbewußtsein der Bevölkerung und dem Bedürfnis, die Vergangenheit bildlich darzustellen. Ziel des Historienbildes ist es, einen besonderen geschichtlichen Moment festzuhalten, ihn zu deuten und ihm eine besondere Symbolik zu verleihen. Oft wird das dargestellte Ereignis dabei geschickt in Szene gesetzt und auch manipuliert. Es handelt sich also nicht um eine neutrale Darstellung des Ereignisses, sondern um eine Deutung. Die Richtung des Bildes wurde dabei nicht unbedingt vom Maler selbst vorgegeben, sondern vom Auftraggeber. Die Bilder wurden oft von den Herrschenden bestellt und dienten einem politischen Zweck.
Die Historienmalerei als Kunstgattung hat ihre Ursprünge in der Renaissance, also im 15. Jahrhundert. Erstmals entwickelt wurde die Kunstgattung in Italien. Dargestellt werden hauptsächlich historische Momente, aber auch religiöse oder mythische Ereignisse. Im Mittelpunkt des Bildes steht oft ein Held. Aufgabe des Bildes ist nicht etwa die realitätsgetreue Darstellung des Ereignisses, sondern eher dessen Verklärung, so dass Bilder der Historienmalerei oft von den Herrschern in Auftrag gegeben wurden.
Zur Entwicklung der Historienmalerei im 15. Jahrhundert kam es, weil man anfing, sich mit der eigenen Kultur und Geschichte auseinanderzusetzen. Die so entstehenden Bilder sorgten zusätzlich für eine Entwicklung des Geschichtsbewußtseins in der Bevölkerung. Die ersten Historienbilder stellten hauptsächlich antike Themen, dazu auch gleichzeitig geschichtliche und oft auch religiöse Inhalte dar. Die Historienmaler, die ja Menschen darstellten, genossen höhere Achtung und wurden besser bezahlt als Landschaftsmaler oder Maler von Stillleben, da man der Auffassung war, dass die Darstellung von Menschen schwieriger wäre. Wichtig war auch das Wissen der Maler über historische Fakten.

Im 16. Jahrhundert wurden diese Grundsätze der Gestaltung zunächst beibehalten. Jedoch wurde nach und nach immer größerer Wert auf die Geschichtskenntnisse des Malers gelegt. Zudem sollte das Bild den Betrachter zugleich ansprechen und auch Betroffenheit in ihm auslösen. Die Bilder wurden als Mittel gesehen, größere Personenkreise anzusprechen, als dies durch Texte möglich gewesen wäre, da ein Großteil der Menschen weder schreiben noch lesen konnte. Auf Idealisierungen sollte zumindest in der Theorie weitgehend verzichtet werden; statt dessen wurden angemessene Darstellungen verlangt. Die katholische Kirche nahm Einfluß auf die Historienmalerei.
Im 17. Jahrhundert verlagerte sich der Schwerpunkt der Historienmalerei nach Frankreich. Man legte Wert auf die erzieherische Wirkung der Bilder. Im 19. Jahrhundert schließlich kam es zur Blüte der Historienmalerei in Deutschland. Insbesondere in Bayern und Preußen wurde sie von den Herrschern instrumentalisiert. Es überwogen Schlachtenmalerei und monumentale Gemälde. Personenkult und Patriotismus wurden gefördert.